Die fünf Disziplinen
Was tue ich bewusst?
Fünf Praktiken, die in jedem Unternehmen vorkommen und durch die ein Unternehmer lernt, mit Gott zu arbeiten, wie Jesus mit dem Vater gearbeitet hat.
Frucht wächst an den Ästen
„… und eine jegliche, die da Frucht bringt, wird er reinigen, daß sie mehr Frucht bringe.“Joh 15,2
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An den Ästen
Bei einem Obstbaum wächst die Frucht nicht am Stamm, sondern an den Ästen. Sie verbinden den Stamm mit der Krone und tragen das Wasser dorthin, wo Frucht entstehen soll.
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Der Schnitt
Jeden Winter schneidet der Obstbauer. Er nimmt Triebe weg, die nur Holz bilden, damit die Kraft in die fruchtbaren Äste geht. Jesus beschreibt seinen Vater genau so: Er reinigt die Reben, die Frucht bringen, damit sie mehr Frucht bringen.
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Ausrichten statt mehr leisten
Disziplin heißt deshalb nicht, mehr zu leisten. Sie heißt, die Kraft auszurichten und wegschneiden zu lassen, was nur Holz bildet.
Der Stamm trägt die Äste. Die Äste formen den Stamm.
Fünf Disziplinen, fünf Früchte
Jeder Ast steht für eine Disziplin. Fünf Tätigkeiten kommen in jedem Unternehmen vor: Einfluss ausüben, Prioritäten setzen, Beziehungen gestalten, Menschen entwickeln und mit Ressourcen umgehen. Als Disziplin gelebt, prägt jede vor allem eine Frucht. Wachsen aber tun die Früchte aus dem Zusammenspiel aller fünf, und aus dem ganzen Baum.
Dieselbe Praxis, eine andere Ausrichtung
Die fünf Disziplinen kommen in jedem Unternehmen vor. Entscheidend ist, worauf sie ausgerichtet sind: auf mich selbst, auf das Wohl der anderen oder auf Gottes Königreich.
Ein Mitarbeiter hat einen teuren Fehler gemacht. Wie geht Führung damit um?
- Selbst-zentrierteigennützig
Ich suche den Schuldigen und schütze mein Ansehen.
- Andere-zentriertdienend
Ich behebe den Fehler gemeinsam mit ihm und stelle mich vor ihn.
- Königreich-zentrierterlösend
Ich behebe den Fehler, richte den Mitarbeiter wieder auf und heile die Ursache im System, auch wenn mich das selbst etwas kostet.
Die dritte Perspektive schließt die zweite ein und geht darüber hinaus. So ist es bei allen fünf Disziplinen.
| Definition | Die Ausübung von Einfluss | Die Ausrichtung auf das Höchste | Die Gestaltung von Beziehungen | Die Entwicklung von Menschen | Der Umgang mit Ressourcen |
|---|---|---|---|---|---|
| Leitfrage | Wozu wird Einfluss ausgeübt? | Was ist die oberste Priorität? | Wozu dienen Beziehungen? | Wie werden Menschen entwickelt? | Wofür werden Ressourcen genutzt? |
| Selbst-zentriert | EigennützigSelf-serving | Ich-zentriertEgo-centric | ZweckorientiertTransactional | AusbeuterischExploitative | EgoistischSelfish |
| Andere-zentriert | DienendServant | IdeologischIdeological | SynergetischSynergetic | FörderndDeveloping | Fair |
| Königreich-zentriert | ErlösendRedemptive | Co-creative | JesusmäßigJesuslike | BevollmächtigendEmpowering | TreuFaithful |
Die fünf Disziplinen
#redemptive Führung
Leadership · Die Ausübung von Einfluss · Schwerpunkt: Gerechtigkeit- Definition
- Die bewusste Nutzung von Einfluss zur Wiederherstellung dessen, was in Gottes Schöpfung zerbrochen ist, unter Zahlung eines persönlichen Preises.
- Ziel
- Die Welt wiederherstellen und Gerechtigkeit fördern, statt bloßer Wertschöpfung.
- Im Unternehmen
- Werkzeug Gottes, um Probleme zu lösen, die ihm wichtig sind, Zerbruch zu heilen und seine Ordnung in meinem Einflussbereich wieder sichtbar zu machen.
- Leitvers
- „Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich jetzt euch!“ Joh 20,21
- Frage
- Welchen Zerbruch in meinem Einflussbereich hat Gott mir anvertraut wiederherzustellen – und welchen Preis bin ich bereit, dafür zu zahlen?
- Erster Schritt
- Persönliches und unternehmerisches Purpose-Statement (Vision & Mission) formulieren, auf Übereinstimmung prüfen und mit Gott besprechen.
Lernen, wie Jesus arbeitet
Eine Kingdom-Disziplin ist eine wiederholbare Praxis, die einen Unternehmer befähigt, mit Gott zusammenzuarbeiten und dadurch dauerhaft Königreichsfrucht hervorzubringen.
Das Wort kommt vom lateinischen discere, lernen. Im Englischen steckt es noch in disciple, Jünger: die Person, die lernt. Eine Disziplin ist der Trainingsweg, auf dem sie ihrem Meister ähnlicher wird.
Wie im Sport beschreibt eine Disziplin ein Feld, in dem man trainiert und antritt. Es geht nicht zuerst um Wissen, Talent oder Kompetenz, sondern um gelebte Nachfolge, wiederholte Praxis und formende Gewohnheit. So prägen die fünf Disziplinen den Charakter, formen das Herz, verändern Denken, Glauben und Handeln und befähigen zur Zusammenarbeit mit Gott.
Ein Kingdompreneur ist deshalb nicht einfach ein erfolgreicher Unternehmer mit christlichen Werten, sondern ein Jünger Jesu, der Unternehmertum als Kontext seiner Nachfolge lebt.
So viele wie nötig, so wenige wie möglich
Die fünf Disziplinen sind keine Sammlung frommer Tipps. Sie wurden an klaren Maßstäben gemessen.
Jedes Fach hat seine Kerndisziplinen: so viele wie nötig, so wenige wie möglich, spezifisch und ohne Überschneidung.
Elf KriterienWoran sich eine Kingdom-Disziplin messen lässt
Verankert
- Im Leben von Jesus zu finden
- Biblisch belegtim Alten und im Neuen Testament
Universell
- Kulturübergreifendgilt in allen Kulturen, Kontexten und Branchen
- Personenunabhängiggilt unabhängig von Geschlecht, Alter und Persönlichkeit
Wirksam
- Notwendigohne sie zeigt sich das Königreich nicht
- Hinreichendüber einen ausreichend langen Zeitraum gelebt, führt sie zur Manifestation des Königreichs
- Kein „Common Sense“keine fromme Variante davon, wie man erfolgreiche Unternehmen aufbaut
- Nicht aus eigener Krafterfordert Gottes Wirken und seine Kraft
Lebendig
- Kontinuierlich entwickelbarnie statisch abgeschlossen
- GanzheitlichHerz (Wollen und Glaube), Hirn (Umdenken, Buße), Hand (gelebte Praxis)
Geltungsbereich ist das inhabergeführte Unternehmen. Mit zunehmender Größe und abnehmendem Eigentumsanteil können die Disziplinen an Wirksamkeit verlieren.